Der Mensch,

den der Geist Gottes bestimmt,

den der Geist Gottes antreibt,

nennt sich fröhlich und dankbar:

Gottes Kind.

Vgl. Paulus: Römerbrief 8,14

 

 

In dieser Himmelspost geht es wie in den vergangenen um Feste in unserem Kirchenjahr. Heute steht im Mittelpunkt:

Pfingsten

Glaubte der Maler Henri Matisse an Gott?

„Ja, wenn ich arbeite. Wenn ich ergeben und bescheiden bin, habe ich das Gefühl. dass mir jemand in einer Art hilft, Dinge zu leisten, die über mich hinausgehen. Und doch hege ich ihm gegenüber keinerlei Dankbarkeit, denn es kommt mir vor, als hätte ich einen Taschenspieler vor mir, dessen Tricks ich nicht durchschauen kann. Ich fühle mich dann um die Gunst der Erfahrung gebracht, die doch Lohn für meine Anstrengung sein müsste. Ich bin undankbar ohne Reue.“ (Henri Matisse, Jazz, München 2000, 71)

Der Geist Gottes wirkt, wie der berühmte Maler zeigt. Man kann ihn spüren und erkennen. Man kann ihn übergehen. Man kann ihn auch ganz übersehen. Übersehen wie viele Christen in unserem Land, die mit Pfingsten und dem Heiligen Geist nichts anfangen können. Dabei ist der Geist Gottes die Antriebskraft des christlichen Glaubens und Handelns. Ohne ihn würde der christliche Glaube erstarren.

Vom Geist Gottes hören und lesen wir in der Bibel in den ersten Zeilen: Er ist die Schöpferkraft Gottes. Damit ist er auch die Kraft, die die Schöpfung erhält. Er wirkt in allen Kulturen und einzelnen Menschen das Gute, das Verbindende, das Wertvolle. Menschen können sich diesem menschlichen Wirken auch verschließen und handeln dann asozial, ungerecht, lieblos.

Der Geist Gottes, der auch Jesu Geist ist, wird seit Jesus Christus als Kraft verstanden, die in Glaubenden wirkt. Seine Gabe wird als Geburtstag der Kirche verstanden. Er hat die entmutigten Nachfolgerinnen und Nachfolger Jesu aufgerichtet, die Sprachlosen mit mutigen Auftritten gesegnet, den Machtlosen Kraft gegeben, sich für andere einzusetzen. So waren Christen von Anfang an sozial innovativ: „Tafeln“ gibt es nicht erst heute, sondern schon von Anfang an wurden Bedürftige unterstützt, Krankenhäuser wurden errichtet – bis in die Gegenwart wirkt er auch in Diakonie und Caritas weltweit. Er ist es, der Verstehen ermöglicht: Der Mensch Jesus Christus ist von Gott, starb für uns, wurde auferweckt. Ohne den Geist Gottes bleiben all diese Aussagen unverständlich.

Weil der Apostel Paulus erkennt, dass der Geist Gottes in allen Kulturen am Wirken ist, kann er den Christen empfehlen: Prüft alles – das gute übernehmt. Und was ist das Gute? Er schrieb über die Wirkung dieses Geistes Gottes und nannte unter anderen Beispielen:

 

Menschen haben den Geist Gottes in der Taufe bekommen. Wenn sie ihn im Glauben bewusst wirken lassen, bestimmt er ihr Leben. Und Menschen, die sich vom Geist Gottes bestimmen lassen, erkennt man auch an diesen und vielen anderen menschlichen Verhaltensweisen.

Wir vom Himmelspost-Team wünschen Ihnen ein

Frohes Pfingstfest!

Ein Fest des Geistes.